Transkript
Was kommt jetzt?Kann Demut bei Führungskräften eine Energiequelle sein?
Und wenn ja, wie?Ich durfte ja mit sehr jungen Jahren schon durch die Welt reisen und habe dort sehr viel erleben dürfen und wurde natürlich dort auch etwas verwöhnt als junger Mensch, der sehr viele Privilegien in Anspruch nehmen durfte.
Ich habe aber schnell gemerkt, diese Privilegien sind nur ausgeliehen aufgrund der Position, die ich habe oder aufgrund des Privilegs, dass ich in einer Firma arbeite, die mir tolle Reisen ermöglicht und es ermöglicht, in andere Länder zu gehen und dort andere Kulturen kennenzulernen.
Mir war immer wichtig, für mich abzuwägen, wie wirke ich auf andere und habe ich noch die notwendige Bodenhaftung um meinen Job auszuüben?
Weil – und das ist, glaube ich, sehr, sehr wichtig – eine Führungskraft sollte sich immer bewusst sein über die Rolle, die sie nach außen ausübt,weil eine Führungskraft kann auch häufig Vorbild sein für andere.
Und deshalb ist es wichtig, dass man sein Wirken immer wieder selber in Frage stellt, auch reflektiert: Wie wirke ich auf andere?
Wie nehmen mich andere wahr?Und dazu, um das zu erreichen, braucht man eine gewisse Demut.
Ist, glaube ich, hier ja auch beschrieben. Genau, Demut.
Braucht man eine gewisse Demut.Es geht auch oder ging mir dabei auch immer eine gewisse Dankbarkeit, dankbar zu sein für die Rolle, die ich in einem Job ausüben durfte und die mir dort ermöglicht hat, meine Fähigkeiten in einer Rolle, in einer Führungsrolle einzubringen.
Ich unterscheide dort persönlich sehr stark zwischen Demut und dem Gegenteil,nämlich Hochmut.
Und das Thema Hochmut, hat der eine oder andere vielleicht auch schon mal erlebt, bei Führungskräften,das ist eben eine große Gefahr, weil wer hochmütig ist, der hat ein gestörtes Selbstwertgefühl.
Der erkennt dann nicht, dass durch das Thema Hochmut eben es sehr schwierig ist, andere zu motivieren.
Da leidet dann häufig die Teamfähigkeit unter dem Thema eines hochmütigen Führers und er wirkt natürlich dann auch arrogant und abgehoben.
Und das ist eine riesige Gefahr.Es war für mich deshalb immer wichtig, mich auch mal auszutauschen mit anderen,mit anderen Führungskräften, aber auch mit Mitarbeitern, wie sie mich sehen, wie sie diesen oder jenen Auftritt bewerten, ob das in Ordnung war, einfach für mich wieder eine Reflexion zu bekommen:Habe ich da irgendwo vielleicht jetzt mal kurzfristig die Bodenhaftung verloren oder nicht? Das ist ganz, ganz wichtig.
Und das andere, was ich da noch mal mit verbinde, ist einfach, dass man durch das Thema lösungsorientiertes Denken und dem Thema Demut auch Energie ziehen kann, dass einem das auch Energie geben kann, wenn man merkt, man wird anerkannt als Führungskraft als Person, nicht weil man die Führungskraft ist, sondern weil man als Mensch wirkt und dort positiven Einfluss nehmen kann auf Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter oder auch vielleicht im Unternehmen einen positiven Einfluss nehmen kann.
